Meine Reise in die Türkei
Vor nicht allzu langer Zeit bekam ich mit meiner Lexware- Software ein Angebot für eine Bildungsreise an die türkische Ägäisküste zu einem Preis von 149,00€ zuzüglich
eines vor Ort buchbarem Komfortpaket (Abendessen und Eintrittsgelder) von 129,00€ statt für 799,00€. Der Prospekt sah zwar sehr vielversprechend aus, aber ich dachte, na, wird wohl eine bessere
Kaffeefahrt sein und legte das Teil erst einmal weg.
Nach einer Woche fiel mir der Prospekt wieder in die Hände und ich dachte, googelst mal ein wenig. Ich gab Bildungsreise Ägäis ein und
landete auf dem Portal RSD-Deutschland. Dort war eben diese Reise für 799,00€ abgebildet. Nun war ich doch neugierig geworden, schaute etwas genauer hin und stellte fest, dass es sich vielleicht
doch lohnen könnte.
Ich habe aber immer noch hin und her überlegt, in verschiedenen Foren nachgelesen, das Für
und Wider abgewägt und dann hab ich gebucht. Mein Reisetermin war vom 14. bis 22.Februar 2011. Die Wettervorhersage war durchwachsen, aber wärmer als in Deutschland. Es war auch klar, dass ich allein
fahren muss, weil Karl-Heinz nach kurzer Pause wieder angefangen hatte zu arbeiten. Egal, ich hab mich drauf gefreut und war ganz schön aufgeregt.
Ich hatte mich mit allen möglichen Medikamenten eingedeckt und dann ging es los ab München, allerdings schon mit einer Verspätung von knapp einer Stunde. Der Flieger der niederländischen Fluggesellschaft
Corendon war eine Boing 737, das war in Ordnung. Beim Starten und Landen hatte ich keine Schwierigkeiten, ich habe ja auch keine Flugangst. Auf dem Flughafen von Izmir angekommen, wurden wir auf die
einzelnen Busse verteilt und fuhren ca. 100 km in unser erstes Hotel in Kusadasi. http://www.tusan.com.tr/default.asp Durch die
Zeitverschiebung von plus einer Stunde und bei strömendem Regen waren wir dann glücklich gegen 23.45 Uhr im Hotel.
Unser Reiseleiter, er hieß Ömer, hatte uns während der Fahrt schon über den Reiseverlauf informiert, auch, dass wir für zwei fakultative Fahrten noch 90 € zu zahlen hätten. Das war keine Überraschung,
denn darüber hatte ich mich schon informiert und die Reiseteilnehmer, die den vollen Preis bezahlen müssen , zahlen sogar noch mehr zusätzlich.
http://www.rsd-reisen.de/de/reisen/studienreisen/tuerkei-aegaeis
Mit gemischten Gefühlen wegen des Wetters sahen wir dem ersten Tag entgegen. Und was passierte? Die Sonne schien. Naja, wenn Engel reisen! Unser Reiseleiter hatte dann die Planung etwas geändert
und das war sehr gut so, wie sich im Nachhinein herausstellte. Auf der Fahrt am Dienstag nach Didyma, Milet und Priene informierte er uns über interessante Zusammenhänge der türkischen Geschichte.
Er sprach ein recht gutes Deutsch und schilderte mit Freude und Humor die geschichtlichen Zusammenhänge. Das war auch kein Wunder, er hat schließlich in Antalya Germanistik studiert und auch eine
Ausbildung als Reiseführer abgeschlossen. In der Türkei wird der Reiseleiter staatlich geprüft, fundiertes Wissen über die Geschichte wird vorausgesetzt. Er hat uns sogar einige türkische Vokabeln
beigebracht, auch einen türkischen Zungenbrecher, den wir beim besten Willen nicht nachsagen konnten. Versucht einmal ütschkütschuköpütschük (Lautschrift) nachzusprechen, es bedeutet „drei
kleine Küßchen“. Da ist der deutsche Zungenbrecher „ Fischersch Fritze…….“ ein Klacks dagegen, oder? Die jungen hübschen Mädchen werden als Granatapfelblüten bezeichnet, bei einem verheirateten
Paar ist der Mann das Zuckerstück und die Frau das Schmuckstück. Apropos Granatapfel, an jeder Ecke wurde frisch gepresster Granatapfelsaft angeboten für 1€. Er ist sehr gesund, aber ein wenig herb,
ich habe ihn immer mit Orangensaft gemischt getrunken. Ich habe mir Granatapfelsirup mitgebracht, den kann man anstelle von Balsamicoessig für Salate verwenden, einen Teelöffel kalt gepresstes Olivenöl
und einen Teelöffel voll von dem Sirup, das reicht für eine mittlere Schüssel Salat und ist äußerst lecker. Natürlich sollte man noch ein wenig Salz und Pfeffer, bzw. Gewürze nach Wahl dazu tun. Man
bekam auch überall türkischen Mokka, schwarzen Tee oder Apfeltee. Im Bus kostete die kleine Flasche stilles Wasser 50 Cent. Übrigens, für einen € bekommt man etwa 2 Türkische Lira (TL), es lohnt sich
aber nicht, zu tauschen, weil man überall mit € bezahlen kann.
Gutes, bequemes Schuhwerk ist auf jeden Fall angebracht, denn die Wege in den einzelnen Sehenswürdigkeiten sind sehr naturbelassen.
Deshalb war ich auch ganz froh, dass der anstrengendste Tag gleich zu Beginn war. Der Ausflug führte uns zur einstigen Orakelstätte von Didyma. Hier besichtigten wir den Apollo-Tempel, ein sehr gut
erhaltenes Zeugnis der römisch-hellenistischen Periode. Das Relief eines Medusenhaupts wurde zum Wahrzeichen Didymas. Danach besuchten wir die Hafenstadt Milet, Geburtsstadt des Thales. Von der Pracht und dem Ruhm der
Vergangenheit zeugen das gut erhaltene Theater und die Faustina-Thermen. Die antike Stadt Priene liegt wunderschön zwischen dem Großen Mäander und dem Berg Mykale. Wir besichtigten das hellenistische
Amphitheater und den Athena-Tempel, welcher zu den Meisterwerken ionischer Architektur zählt.
Ich will hier keine wissenschaftlichen Abhandlungen wiedergeben, ich will mit ein paar Fotos nur
die Neugierde für diesen, doch etwas anderen, Türkeibesuch wecken. Am zweiten Tag (Mittwoch) waren wir in Izmir, der Perle der Ägäis, dem antiken Smyrna. Izmir liegt an der ägäischen Küste der Türkei
und zählt zu den schönsten Landschaften des Landes. Um 1000 v. Chr. war Izmir eine der einflussreichsten Städte des Ionischen Städtebundes. Homer hatte hier sein Epos „Ilias“ verfasst. Im 4. Jh. v. Chr.
eroberte Alexander der Große die Stadt.
Was mich aber verwirrt hatte, war die Tatsache, dass all diese Ausgrabungen, ebenso wie Troja, in der heutigen Türkei, dem damaligen osmanischen Reich, bzw. Kleinasien stattfanden. Ich hatte auch Troja
immer nur mit Griechenland in Verbindung gebracht, was wohl letztendlich in der griechischen Mythologie begründet ist. Auch die Fahrt nach Troja ( Donnerstag) war sehr schön, die Landschaft ist einfach
malerisch. Allerdings ist es außerhalb der Saison ziemlich schmutzig an den Stränden und an den Straßenrändern entlang der Fernverkehrsstraßen. Die Architektur mutete mitunter etwas ungewohnt an. Auf
den Häusern sind Behälter, dort wird mit Solartechnik das Brauchwasser erhitzt. Die Wasserkosten sind sehr niedrig in der Türkei. Am Freitag fuhren wir nach Bergama (Pergamon) und mit der Seilbahn zur
Akropolis. Pergamon ist eine der beeindruckendsten antiken Stätten Kleinasiens. Wir besichtigten die Bibliothek, die die größte ihrer Zeit war. Gut erhalten sind auch die Fundamente des Zeusaltars und
des Trajan-Tempels sowie das steilste Theater der Antike. Pergamon wird Euch bekannt vorkommen, der berühmte Pergamonaltar ist in Berlin zu besichtigen. Warum dieser Altar nun in Deutschland steht, ist
bei Wikipedia nachzulesen.
Sehr interessant war es dann auch in der Teppichfabrik. Die Teppiche werden von Hand geknüpft, ein Knoten ist 0,5mm lang, das Rechenbeispiel zeigt, wie lange eine Knüpferin an einer Reihe sitzt. Die
Herstellung eines Teppichs 4x5 m kann gut drei Jahre dauern.
Am Samstag fuhren wir nach Sirince, bekannt für seinen Wein- und Olivenanbau. Es empfingen uns weiße Backsteinhäuser mit Ziegeldächern umgeben von Weinstöcken. Seit 1980 steht die Ortschaft unter
enkmalschutz. Im Anschluss fuhren wir nach Selcuk und besichtigten die seldschukische Isabey-Moschee. Am Sonntag waren wir in Ephesos (Ephesus), das zu den blühenden Metropolen der Antike gehörte. Auf
seiner 3. Missionsreise hielt sich Paulus in Ephesos auf, der ersten Sendschreibengemeinde aus der Offenbarung. Wir besichtigten u. a. die größte Agora der ionischen Küste und die Celsus-Bibliothek.
Am späten Nachmittag besichtigten wir noch eine Schmuckfabrik und eine Ledermanufaktur, wo wir nicht fotografieren durften. Wir erlebten eine wunderschöne Ledermodenschau und konnten uns anschließend
alle Modelle ansehen. Obwohl ich mir eigentlich fest vorgenommen hatte, nichts zu kaufen, bin ich doch beim Anblick der Ledermäntel schwach geworden und habe mir einen gekauft. Er ist federleicht und
von einer ausgezeichneten Qualität. Wer jetzt sagt, schön dumm, das bekommt man in Deutschland auch und billiger, der irrt! Für einen Mantel mit dem Schnitt (Swinger) und der Qualität müsste ich auch
mindestens 500€ hinblättern und dann wäre er in meiner Größe gar nicht zu bekommen. Ich habe mich hier in Nürnberg in einschlägigen Fachgeschäften umgesehen, da gibt es nur für ganz schlanke Frauen
etwas und selbst dann nicht in der Ausführung, wie ich sie jetzt habe. Also, wer in die Türkei fährt, sollte vorher sparen.
Wie ich schon schrieb, die Fotos lasst einfach auf Euch wirken, ein paar sind mir beim Abspeichern von den Chips verloren gegangen, aber egal, ich denke, es reicht auch so. Noch eine paar Bemerkungen
zu den Unterkünften: Die Hotels waren alle sauber und ordentlich, man konnte sich nicht beklagen. Die Verpflegung war landestypisch und ist mit Vorsicht zu genießen. Was einem nicht geheuer vorkommt,
sollte man auch nicht essen. Darauf wies uns auch der Reiseleiter hin. Alles in Allem war die Reise sehr schön, gut durchorganisiert, aber auch sehr anstrengend, man ist ja nicht mehr die Jüngste.
Trotzdem, ich habe gleich gesagt, wenn ich noch einmal die Gelegenheit bekäme, so eine Reise zu machen, ich würde sie nutzen.
Und was ist passiert? Vor einer Woche bekam ich eine Einladung zu einer Reise von Antalya aus, die trete ich dann im Februar 2012 an, aber dann sind wir acht Personen. Ursprünglich wollte ich die Reise
mit meiner Tochter Katharina zu ihrer bestandenen Prüfung machen, aber dann klinkten sich die Kölner mit ein und das wird dann eine lustige Reise, auf die ich mich
schon sehr freue.
Ihr könnt sicher sein, dass Ihr dann hier auch wieder einen Reisebericht sehen werdet, dann habe ich ja auch schon ein wenig mehr Erfahrung, was die Auswahl der Motive betrifft.
Zu den Diashows meiner kleinen Bildungsreise in die Türkei
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| Didyma, Milet und Priene | Izmir | Troja | Pergamon und Teppichfabrik | Selcuk und Sirince | Ephesos | Abreise |
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